War of Power - Die 5 Mächte

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 Back in the greatest Kingdom - 15. Mai 1000 P.I.

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Felicius Tom Vinchester
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BeitragThema: Back in the greatest Kingdom - 15. Mai 1000 P.I.   Di Jan 12, 2016 11:45 am

Personen: Maurine Lupinthor, Valentine Lupinthor, Adelaide Vinchester, Felicius Vinchester, Kjellra Vinchester, Ethan Vinchester, Kyllan Vinchester

Tageszeit: Vormittag ~ 8 Uhr

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Felicius Tom Vinchester
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BeitragThema: Re: Back in the greatest Kingdom - 15. Mai 1000 P.I.   Di Jan 12, 2016 5:43 pm

Seit zwei Wochen waren die Schiffe der Grandorischen Flotte auf hoher See. Die Schiffe, angetrieben durch den Wind, der durch die Segel blies, wurden durch das wilde Meer hin und her gewippt. Für Meereskranke war diese Art der Reise nichts. Der Prinz von Grandorien war ebenso keine Person, die das Reisen mit diesem Gefährt bevorzugte. Die meiste Zeit verbrachte er an Deck, um den Horizont des Meeres beobachten zu können, wie Sonne auf und unter ging. Dieses Farbenspiel konnte lediglich durch die Polarlichter im Norden und im Süden übertrumpft werden. Das Schiff des Prinzen war das best ausgestattetste dieser Flotte und doch genügte es nicht den Ansprüchen des Prinzen. Er war es gewohnt, sich mindestens alle zwei Tage waschen zu lassen und hier an Bord bestand die einzige Flüssigkeit aus rotem Weintraubensaft. Vom Wasser des Meeres war sehr schwer abzraten, außer man wollte sich den Mund und Speiseröhre verätzen. Den Durst löschte es zumindest nicht. Das hatte der junge Prinz einst im Urlaub beim Schloss seiner Mutter ausprobiert. Dies war ein sehr prägsames Erlebnis gewesen, das die Theorie bestätigte, dass der Mensch aus Fehlern lernte. Doch es brachte den Prinzen in Sachen Hygiene nicht weiter, da er nicht vorhatte sich in einem Bad aus Weintraubensaft zu waschen. Schon zu lange war Felicius von Zuhause weg gewesen. Fünf Wochen die er nicht in seinem eigenen Bett verbracht hatte. Eine ganze Woche in den Betten einer so trostlosen, kalten Festung. Er vermisste die Wärme seines Zuhauses und das Gefühl etwas Besonderes zu sein, das er von all seinen Untertanen und Teilen seiner Familie geschenkt bekam. In Lupithoran hatte er einige Erfahrungen gesammelt, die er in seinem trauten Heim nie gemacht hatte. Dazu gehörte die Tatsache, dass er als Mann nicht in ganz Arcanum die Macht hatte. Wäre er in Lupithoran auf gewachsen, so wäre es an ihm gewesen, die Befehle einer Frau zu befolgen. Als Prinz jedoch hatte man ihm nicht viel weniger das Gefühl gegeben, etwas Besseres zu sein, ihm wurden nur die Augen geöffnet, dass auch Frauen auf der gleichen Stufe sein konnten wie er selbst. Die Erbin Lupithoran hingegen hatte selbst dem Prinzen Grandoriens das Gefühl gegeben, weniger wert zu sein. Viele Worte hatte er nicht mit ihr gewechselt. Ihre Art war von einer Ignoranz, die selbst Felicius widerstrebte, der dank seiner Schwester nicht ganz vom Boden abhob.
Die langen, zarten Finger des Prinzen strichen über das Holz der Reling. Die Sonne ging langsam auf und reflektierte den majesätischen Ring, der mit einem prunkvollen Rubin verziert worden war. Es war nicht der Ring eines Königs, nein, dieser steckte am Finger des aktuellen Königs, eines großen und respekteinflößenden Mannes, der das Land im Wohlstand behielt. Der Vater Felicius' würde den Ring des Königs aus den toten Händen reißen müssen, um sich selbst zum neuen König ernennen lassen zu können. Der Ring, der die Macht über Grandorien ausdrückte. Geformt wie der Kopf eines Silberfuchses, so golden wie die Sonne selbst, mit einem noch größeren Rubin, als der von Felicius, geschliffen wie eine Blume des Frühlings, der die Welt wieder erblühen ließ, nach einem kalten und schaurigen Winter, wie es die Vinchester getan haben, als sie die Hoffnung zurück in das Land gebracht haben. Die Hoffnung nicht mehr unter einer Herrschaft eines fremden Landes leiden zu müssen. Die Hoffnung eines Krieges, der das Land verbessert hatte und die Hoffnung, dass dieses Land noch lange diese Freiheit und diesen Reichtum behalten würde. Felicius wurde schon früh der Gedanke in das Gehirn gepflanzt, dass sowohl sein zukünftiges Reich, als auch seine Familie die erhabendste und die grandioste war. So hatte sich sein Stolz und auch seine Arroganz gebildet, die schon viele Herrscher blind gemacht hatte. Man möge hoffen, dass es nicht auch ihn treffen würde, sobald er eines Tages König sein würde. Erst jedoch stand seine eigene Hochzeit bevor. Seine zukünftige Königin wurde bereits gewählt und er selbst hatte hierbei kein Wörtchen mitzureden gehabt und hoffte nur noch auf das Beste, denn bisher verliefen seine Unterhaltungen mit Rine nicht besonders fließent, das sie nicht viel von ihrem Zukünftigen zu halten schien. Sie würde diese Einstellung ablegen müssen, denn ab sofort befand sie sich auf einem neuen Terretorium. Entweder sie sah es als feindliches Gebiet an, in das sie entführt wurde, oder sie akzeptierte es als ihr neues Zuhause. Als ein Seemann laut: ,,Land in Sicht!'' schrie, wäre Felicius fast ins Wasser geplumpst vor Schreck, wo er doch gerade so in Gedanken versunken gewesen war. Als er sich wieder von diesem Schreck erholt hatte, blickte er über das Schiff vor sich hinweg und konzentrierte sich auf den Horizont. Erst nach ein paar Minuten war es dem Prinzen möglich Schemen einer Küste auszumachen. Ganz anders als an den meisten anderen Küsten dieses Landes, war dieses vor Glorienhall nicht so steil und felsig. Hier war es möglich, den Hafen direkt anzufahren. Manche Häfen mussten erst begehbar gemacht werden, um sie als solche verwenden zu können. Oftmals mussten dafür eigene Steglandschaften erbaut werden, um überhaupt mit dem Schiff anlegen zu können. Die Nebenbellare, auf der anderen Küste, zum Beispiel, bestand hauptsächlich aus Holz, das an die steile Küstenwand gehämmert wurde. Einmal hatte Felicius diese besucht, zusammen mit seinem Vater und seiner Schwester und war ganz begeistert gewesen, dass man dort Stufen nach oben in die Küstenwand gehämmert hatte. Diese Steintreppen gaben ein wundervolles Bild ab. Etwas mystisch vielleicht, doch es war passend für die eigene Marine, die wahrlich schaurig wirken sollte auf andere. Lediglich das Holz, aus dem dieser gewaltige Steg bestand, war etwas riskant, da es eine Angriffsfläche bot, sollte der Feind zu Fackeln greifen.
Der Hafen von Glorienhall kam immer näher. Langsam konnte Felicius schon Häuser erkennen, wo Rauch aus den Steinkaminen empor stieg. Selbst Vicandrin schien sich schon wahnsinnig zu freuen. Dieser hüpfte mit den Vorderpfoten auf die Reling und schien selbst zu versuchen, etwas auszmachen. Felicius grinste und legte seinen Kopf auf den seines Silberfuchses, bis ihm einfiel, dass es kein gutes Bild auf ihn werfen würde, wenn er hier in der Öffentlichkeit mit seinem treuen Gefährten kuschelte. So richtete er sich als schnell wieder auf und strich sein unbändiges, blondes Haar nach hinten. Seine blauen Augen richtete er wieder auf die Stadt, die nun vor ihnen lag, bis er langsam Personen ausmachen konnte, die hektisch am Hafen arbeiteten. Nicht lange dauerte es, da hatte er eine Gesellschaft ausgemacht, die besonders auffiel. Niemand hätte sie übersehen können, denn das war bei diesem roten Meer an Kleidung nicht möglich. Überall standen Wachen im grandorischen Rot, selbst auf manchen Dächern konnte man sie entdecken. In der Mitte dieses Aufmarsches befanden sich hingegen Personen, die mit kostbarsten Stoffen gekleidet waren und vor Schmuck fast glänzten. Das Lächeln des Prinzen wurde immer größer, als er den kleinen Jungen mit dem ebenso wuschligen Haar erkannte, die vergeblich versuchte, auf Zehenspitzen stehend, etwas auf den Schiffen zu erkennen, die nun langsam im Hafen eintrafen. Nun wurden auch die restlichen Passagiere benachrichtigt, denn immer mehr von ihnen tauchten nun ebenso am Deck auf, während Felicius sich am Hafen umsah, um zu erkennen, wer zur Begrüßung da war. Der König selbst befand sich sogar unter den Leuten dort unten, mit Königin Catherine und dann waren da noch die hohen Eltern des Prinzen und der Prinzessin. Felicius widerstand dem Drang ihnen zu winken, auch wenn er es nur zu gerne getan hatte, nur um seiner Freude, wieder daheim zu sein, Ausdruck zu verleihen. Um sich nicht unpassend zu verhalten drehte er sich nun um und spazierte zu seiner Schwester und Prinzessin Maurine. Ihr nickte er lediglich zu, denn gesehen hatten sie sich an diesem Tag schon, weshalb er sie nicht erneut gebürtig begrüßen musste. Ihr Wolf streifte um ihre Beine und sah wie immer sehr majesätisch aus, wie die Silberfüchse der Vinchester. Die Soldaten der Schiffe reihten sich in der Zwischenzeit auf und der Kommandant gesellte sich zu den hohen Passagieren, um sie nach unten zu geleiten. König Martyn stand in der Mitte der königlichen Gesellschaft, links von ihm die Königin. Wenn man nach rechts blicke, ging es weiter mit Prinz Ethan, neben welchem Lady Kjellra stand und wiederum neben dieser war der junge Kyllan, der unruhig von einem Bein auf das andere wippte. Prinz Felicius hatte fast Probleme damit, sein breites Grinsen zu verstecken. Er schaffte es lediglich, als er sich vor seinen Großvater und seine Großmutter kniete, um diese angemessen zu begrüßen. Diese lächelten ihm freundlich zu und sie wechselten kurze Worte.
,,Es ist mir eine Freude wieder daheim zu sein Vater.'' sprach Felicius, als er sich vor diesem verbeugte. Da dieser etwas unter dem König stand, war die Begrüßung für Ethan eine Spur weniger untertänig, als die für Martyn. Felicius würde seine Eltern familiärer begrüßen, sobald sie sich in privaten Räumen befanden. So wandte er sich an seine Mutter und verbeugte sich ebenfalls vor ihr. Instinktiv fragte sich Felicius, wie es wohl älteren Menschen ergehen würde, wenn sie sich vor einer Menschenmenge wie dieser verbeugen mussten. Diese hatten oft Kreuzschmerzen und doch waren sie dazu gezwungen, genau so, Menschen zu begrüßen, die ober ihnen standen. Zum Glück würde Feli selbst über allen anderen stehen, sobald er das Alter der Rückenschmerzen erreicht hatte. Dennoch konvenierte dem Prinzen das auch jetzt nicht. Er mochte es nicht, sich vor anderen zu verbeugen. Es war ein langer Akt gewesen, bis man ihm beigebracht hatte, dass er dies zu tun hatte. Die Vinchester waren eine Familie die sich näher waren, als oft andere, doch dies zeigten sie der Öffentlichkeit nicht.
,,Mutter, es freut mich Euch zu sehen, ich hoffe Eure eigene Reise war gut verlaufen?'' wandte er sich an Kjellra und lächelte leicht. Sie war nach Port Paravel gereist, um ihre eigene Familie McEntire, zur Hochzeit am heutigen Tag einzuladen. Felicius konnte es sich kaum vorstellen, schon heute eine Ehe zu schließen. Innerlich wehrte er sich noch dagegen, denn er wollte sich nicht festlegen. Als Bettler wäre ihm dies möglich gewesen, doch nicht so als Prinz von Grandorien. Als Feli zu Kyllan kommte, war es diesmal nicht an ihm selbst sich zu verbeugen, sondern es war die Pflicht seines kleinen Bruders, auch wenn Feli es selbst als unnötig erachtete. Doch so verlangte es die höfischen Regeln. So lieblich wie der blonde Knabe drein sah, hätte Feli ihm am liebsten durch das Haar gewuschtelt.
,,Ich habe dir etwas mitgebracht kleiner Bruder.'' verkündete der ältere Prinz dem kleineren und stellte sich zu ihm. Es war ein kleiner Dolch aus Lupithoran, den er extra für ihn herstellen hat lassen. Er war ihm typischen Stil der Freunde aus dem Süden geformt und verziert worden, um es zu einem besonderen Geschenk zu machen, denn anonsten hätte Feli dem Bruder hier eines machen lassen können.

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Maurine Lupinthor

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BeitragThema: Re: Back in the greatest Kingdom - 15. Mai 1000 P.I.   Di Jan 12, 2016 10:11 pm

Irgendwie hatte Maurine doch immer wieder gehofft, dass sie nicht verheiratet wurde. Das, das ganze nur ein Scherz war. Leider war es das nicht und nicht nur das. Ausgerechnet jetzt schien eine Kluft zwischen ihr und ihrem Zwillingsbruder aufzuklaffen. Genau jetzt, wo sie jemanden an ihrer Seite brauchte, dem sie bedingungslos vertraute. Jemand der sie besser kannte, als sie sich selber kannte. Und das war nun mal ihr Bruder. Auch Kathlyn gehörte zu diesen Menschen. Aber Kathlyn war ihre Zofe.
Da gab es immer noch Dinge die Rine nicht vor ihr ansprach. Es kam ihr vor als sei nur Raven ihr geblieben. Und auch die weiße Wölfin schien genau zu spüren, wie unruhig die Prinzessin war. Sie hatte sich immer mehr zurückgezogen und ihre Zeit eher allein mit ihrer vierbeinigen Freundin verbrachte. Die Schifffahrt bekam der Blondine nur bedingt. Sie war eher ein Mensch, der festen Boden unter den Füßen bevorzugte. Dabei war es egal ob zu Pferd oder auch in einer Kutsche. Nur dieses ganze Wasser um sie herum … das würde sie wahnsinnig machen, wenn es so weiter ging.
Wenn sie ihre Zeit nicht innerhalb des Schiffes verbrachte, lief sie an Deck herum, Raven immer eng an ihrer Seite. Sie war nervös und hatte Angst vor dem, was vor ihr lag. Sie hatte keine Chance Ganze zu beeinflussen. Maurine hatte keine Ahnung, was genau sie erwartete. Zwar wusste sie genügend über das Land, das sie wohl zukünftig Heimat nennen würde, um nicht negativ aufzufallen aber sie wusste das es anders werden würde, als sie es gewohnt war.
An diesem Morgen hatte sie ein leicht fliederfarbenes Kleid gewählt. All ihre Kleider waren in Violetten oder in violettblauen tönen. Etwas Rotes fand man unter ihren Kleidern höchsten als Innenfutter in einem ihrer Mäntel. Auch heute hatte sie einen leichten Mantel übergeworfen. Mehr aus Gewohnheit, als das es kalt war. Sie wusste das in Grandorien ein anderes Klima herrschte. Das es wärmer war. Mit Raven an ihrer Seite stand sie wie angewurzelt mitten auf dem Deck. Dieses Land in Sicht hatte sie überrascht.
Ein wenig Gnadenfrist hatte sie sich schon erhofft, auch wenn sie festen Boden unter den Füßen vermisste und eigentlich bloß vom Schiff runter wollte. Sie seufzte leise und griff Raven ins Fell um sich zu beruhigen. Mit einem fast festgefrorenen zaghaften lächeln blickte sie dem Land und seinen Leuten entgegen. Wenn sie gekonnt hätte, hätte sie sich sicher versteckt. Sie machte mit ihrer rechten Hand greif Bewegungen, wollte nach einer Hand greifen, die nicht da war. In diesem Augenblick kam sie sich so verloren vor wie eine Schneeflocke im endlosen Sommer.
Sie erwiderte die Begrüßung ihres Verlobten und wandte den Blick dann wieder an ihm vorbei. In der Hoffnung das ihre Beine nicht zitterten, atmete sie einmal tief durch und konzentrierte sich einfach darauf, das sie es hoffentlich bald vorbei war und sie sich zurück ziehen konnte.
Als sie schließlich das Schiff verließ war sie unglaublich erleichtert Raven an ihrer Seite zu spüren. Sie war das einzige Vertraute was sie hatte. Das einzige was sie in diesem Augenblick aufrecht hielt. Wie es sich für sie gehörte vollzog sie die Begrüßung an das Königshaus ihrer noch so fremden neuen Heimat. Nur mehr als die angebrachten Worte wollten ihr nicht über die Lippen kommen.
Schweigend beobachtete sie wie Felicius seinen Bruder behandelte und kam nicht drum herum zu lächeln, diesmal war es sogar ein echtes lächeln. Es hätte früher so viel erleichtert wenn auch ihr Bruder von seinen Geschwistern so behandelt worden wäre. Aber Lupithoran war eben anders als dieses Land.

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Kjellra Vinchester

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BeitragThema: Re: Back in the greatest Kingdom - 15. Mai 1000 P.I.   Mo Feb 22, 2016 11:53 am

Am Morgen schon war ein glückseliges Gefühl in ihre Brust eingekehrt. Felicius und Adelaide sollten an diesem Tag im Hafen einlaufen und wieder in den Schoß ihrer Familie zurückkehren. In dieses Schloss zu ihren Verwandten und ihrer Mutter, da wo sie hingehörten. Kjellra selbst war erst seit 3 Tagen wieder in ihrer Heimat. Ihre letzen Wochen hatten sie nach Port Paravel geführt, zu ihren Verwandten um diese zu dieser Feier persönlich einzuladen. Freudig hatte sie erfahren, dass ihre Nichten Enid und Morgain zu diesen Feierlichkeiten erscheinen würden. Es würde eine wahre Freude werden. Die beiden waren mit Kjellra vor einigen Wochen aus dem Hafen von Port Paravel ausgelaufen und hatten ihr auf der langen Reise Gesellschaft geleistet. Neben ihnen kam auch noch Enids Verlobter Calvin mit, um internationale Beziehungen bilden und pflegen zu können. Immerhin sollte er einmal eine große Rolle im allgemeinen Weltgeschehen spielen. Der Junge war Kjellra auch nach diesen 10 Tagen Schiffsfahrt ein Rätsel. Ab und an wirkte er wie ein tollpatschiger leicht manipulierbarer Idiot während er ab und an Zeichen von sich gab, die mit dem nicht überein stimmten. Sie hatte auch mit ihren Bruder darüber geredet, aber dieser war zweifelsfrei der Meinung, dass er ihn manipulieren und für seine Zwecke einsetzen konnte. Natürlich hatte er das nicht offen gesagt, aber der Herzog wusste das Kjellra ihn lesen konnte genauso wie auch er sie lesen konnte. Das passierte nun mal wenn man sich als Kinder nahe gestanden hatte und von Beginn an auf alles gefasst sein musste.
Im Gegenzug zu ihrem Mann und ihren Kindern liebte es Kjellra auf hoher See zu sein. Ihre ganze Familie aus Port Paravel war dem nicht abgeneigt. Immerhin hatte die Marine ihrem Land das höchste Ansehen und war ein Ziel welches einem Ruhm und Ehre einbrachte. Ihre grandorische Familie allerdings, ihr Schatz den sie hütete wie einen Augapfel, ja diese war nicht sonderlich begeistert davon auf hoher See unterwegs zu sein. Wieso auch immer, so ganz verstand sie es nicht. Es war doch so ein gutes Gefühl vom Meer umschlungen zu sein, den Wind und die Freiheit daraus zu spüren. Aber daran konnte sie nichts ändern und wirklich, es war ihr auch ziemlich egal wenn die ehrlich sprach.
Wenige Stunden nachdem die zukünftige Königin erwacht gewesen war, wurde sie in ihrem Arbeitszimmer gestört. Eine Wache klopfte und teilte ihr mit, dass man ein Schiff in der Ferne ausmachen konnte. Natürlich war sofort klar welches Schiff das war. Das Schiff welches ihr ihre Kinder zurückbringen würde. Es sollte ihnen gut gehen, sie hatte nichts anderes gehört. Trotzdem machte sie sich immer wieder Sorgen wenn die Vögelchen eine Weile außerhalb der Schlossmauern umherwanderten. Diese Sorgen würden ihr wahrscheinlich immer bleiben. Das nächste was sie machte, war ihre Zofen zu rufen, welche ihr ein passenderes Kleid für einen Auftritt vor dem Volk bringen sollten. Diese holten ein Seidegewand aus einem schimmernden Rubinrot, welches lange Ärmel besaß und ein etwas Kragen welcher nah am Hals anlag, allerdings ein wenig Haut und ihre Schlüsselbeine zwischen Halsansatz und Brüsten freigab. Das Kleid schmiegte sich an ihre Haut und fächerte im Bereich unter ihren Knien aus und glitt bis zum Boden. Ihre Haare hatte sie schon am Morgen zu einer geflochtenen Hochsteckfrisur machen lassen, was definitiv eine angemessene Frisur bildete. Zwischendurch kam ein Bote von ihrem Mann, welcher fragen ließ, ob sie mit zum Hafen kommen würde oder nicht, was sie sofort bejahen ließ. Zusätzlich schickte sie jemanden, welcher Kyllan holen sollte. Sie wusste genau, dass die Geschwister sich über ein schnelles Wiedersehen freuen würden, also ließ sie dies zu. Außerdem würde er eine gewollte Unterstützung für Felicius bilden und sicher dazu beitragen, dass sich Maurine Lupinthor, die von ihnen Auserwählte, wohler fühlen würde. Wenige Minuten später trat sie die letzten Stufen der Treppe in die riesige Eingangshalle in welcher der Prinz und ihr jüngster Sohn auch schon auf sie warteten. Auch diese waren in rot gekleidet und um sie herum standen noch ein paar Wachen, welche sie gleich nach draußen geleiten würden. Während sie sich ihren Weg zu ihren Liebsten bahnte, hörte sie hinter sich die letzten zwei Leute durch ein Portal kommen, auf die gewartet werden musste. König Martyn und Königin Catherine. Einen Knicks und zwei Verbeugungen später ging die Königsfamilie durch das Portal nach draußen um das wichtige Brautpaar abzuholen, welches in wenigen Stunden den Bund der Ehe eingehen würde. Auf dem Weg nach draußen hatte sie Zeit Ethan einen Kuss auf die Wange zu geben und sie bei ihm einzuhacken, sowie ihren Kleinen an die Hand zu nehmen, damit er sich zwischen den Wachen nicht verlor. Sobald sie in der Kutsche waren, hätte sich dieses Problem zum Glück auch erledigt. Kyllan würde ihr und Königin Catherine zusammen in einer Kutsche zum Hafen fahren, während Ethan, wie auch König Martyn auf ein Pferd voranreiten. Es würde nicht lange dauern, aber in Anbetracht der Menschenmassen, welche schon bemerkt hatten, dass die Königsfamilie dabei war das Schloss zu verlassen, war es viel zu gefährlich auf anderer Art zu reisen. Kjellra hatte sich schon im Vorfeld mit dem König und der Königin geredet, es hatte etwas gedauert, aber in der Gruppe befanden sich nun 3 unbemannte Pferde, eines für Felicius und eines für Adelaide und eines für Valentine Leipha. Es war sowieso jedem bekannt, wie gerne sie ritt und wie schlimm sie es fand in einer Kutsche unterwegs zu sein. Maurine hingegen würde auf dem Rückweg den letzten Platz der Kutsche ausfüllen. Durch die Anwesenheit der etwas steiferen Königin würde es auch schon ohne Adelaides schmollen etwas unangenehm werden, also konnte man auch genauso gut darauf verzichten. Sie wollte es der zukünftigen Prinzessin von Grandiorien so angenehm wie möglich machen. Immerhin wusste sie es, wie es sein konnte plötzlich in einem fremden Land zu sein und beinahe niemanden zu kennen. Soweit Kjellra informiert war, würde ihr Zwillingsbruder auf der Reise dabei sein, aber dieser würde auch auf einem Pferd zurück zum Schloss reiten. Zumindest wurde es so gewünscht. Auf dem Weg zum Hafen beschäftigte sie Kyllan, welcher nach draußen sah und die Menschen begutachtete, welche sich zum größten Teil auf das bevorstehende Fest freute und deswegen guter Laune zu seien schien.

Als die riesige Gruppe an Menschen am Hafen ankam, konnte man das Schiff schon ziemlich nahe erkennen. Es würde wohl etwa 20 Minuten dauern, ehe die Passagiere vom Transportmittel steigen konnten und die wichtigsten Personen erst mal formell begrüßen konnten. An der Reling konnte Kjellra nach weniger Zeit ihren Sohn stehen sehen, ein wenig daneben seine Schwester. Etwas weiter neben ihnen konnte man auch ein blondes Mädchen stehen sehen, in einem fliederfarbenen Kleid, welches solche Ähnlichkeiten mit Königin Maddison hatte, das man nicht einmal darüber nachdenken musste, wer denn die Verlobte von Felicius sein könnte. Ein Lächeln breitete sich im Gesicht der hochgeborenen aus und sie konnte auch in den Gesichtern ihrer Kinder lesen, dass es sie freute wieder in ihrem Land zu sein. Lupithoran, so schön es auch sein konnte, war einfach ein Land, dessen Bräuche und Traditionen so verschieden waren, dass es sicher eine große Umstellung gewesen sein musste. Irgendwie faszinierend, wenn man bedachte, dass die beiden Völker einmal ein einziges gebildet haben. Gleichzeitig war das wohl aber auch der Grund dafür, dass sich die Völker getrennte hatten.
Dann war es schließlich soweit. Das Schiff war am Hafen befestigt und der Weg zum Hafengelände war gesichert. Allen voran begab sich Felicius vom Schiff. Hinter ihm Adelaide und Maurine. Etwas dahinter erkannte sie Valentine und die ganzen Tiere. Sie selbst hatte sich nie einen Silberfuchs zugelegt. Ethans Silberfuchs war wunderbar und es reichte ihr voll und ganz diesen um sich zu haben. Die Königsfamilie hatte eine Reihe gebildet und wartete nun darauf, dass die Ankömmlinge sie begrüßen kam, was einen langen Prozess an Verbeugungen, Knicksen und leeren Worten bedeutete. Aber nun gut, damit musste man leben. Zuerst ging Felicius durch die Reihe, verbeugte sich vor seinem Großvater und seine Großmutter und begrüßte auch ihren Vater. Dann kam er zu ihr und verbeugte sich ebenfalls. Sie nickte ihm zu und er fragte sie wie ihre Reise denn verlaufen war. „Meine Reise war erfreulich und verlief so wie geplant. Zwei deiner Cousinen sin hier um deine Hochzeit zu feiern.“, teilte sie ihm mit. „Und du? Wie verstehst du dich mit deiner Verlobten?“, fragte sie, ziemlich sicher, dass sie ihm die Antwort schon vom Gesicht lesen konnte. Außerdem war die Tatsache, dass die zukünftigen Eheleute so weit auseinander gestanden waren genug um etwas über ihr Verhältnis zu sagen. Aber gut, es hatte auch bei Ethan und ihr eine Weile gedauert, bis sie zu dem Ehepaar wurden, welches sie heute waren. Sie wechselten noch ein paar Worte mehr, ehe sich Felicius an seinen Bruder wandte und vor Kjellras Gesicht jemand anderes auftauchte. Nach ihrem Sohn hatte ihre Tochter begonnen ihre Familie zu begrüßen und es fiel der Braunhaarigen wirklich schwer nicht gegen die Regeln zu verstoßen und ihr Kind in die Arme zu nehmen. Sie nickte ihr zu und sprach mit einem Lächeln. „Adelaide, meine Kleine, hast du die Reise gut überstanden? Ich hoffe du hast deinen Bruder nicht zu sehn geärgert.“ Auch mit ihr sprach sie einige Worte, ehe sie sich dem nächsten erscheinenden Gesicht zuwandte. Die blonden Haare von Maurine taten ihren Augen wirklich gutes und das fliederfarbene Kleid unterstrich ihr Aussehen auch bedeutend. Eine wirkliche Schönheit. Auch ihr nickte sie zu, während diese einen knicks vor ihr machte. „Maurine Lupinthor. Es ist mir eine Freude sie kennen zu lernen. Ich hoffe ihr werdet euch hier wohlfühlen. Ihr werdet sehen, es ist ganz entzückend hier.“  Auch ihr warf sie ein Lächeln zu. Das Mädchen schien innerlich stark zu sein. Das konnte man ihr ansehen. Sie würde die ersten Tage hier wahrscheinlich sehr gut überstehen. Folgend auf Maurine stellte sich nun auch Valentine Leipha vor. Er stand seiner Schwester in Sachen Schönheit nicht nach, aber doch konnte man eine Unsicherheit in seiner Haltung erkennen, welche wahrscheinlich von den Traditionen Lupithorans herrührten. Schon interessant wie sehr dieses Volk seine Männer unterdrückte. Sie streckte ihre Hand aus und berührte leicht seine Schulter, um ihm das Gefühl zu geben willkommen zu sein. „Es freut mich euch im nahmen unseres Landes empfangen zu können. Ich hoffe ihr hattet eine angenehme Reise.“
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Kyllan Vinchester

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BeitragThema: Re: Back in the greatest Kingdom - 15. Mai 1000 P.I.   Sa März 05, 2016 9:52 pm

Kyllan war wie eh und je ein zappeliger Junge. Er schaffte es nie lange still zu sitzen. Er war ein Mensch der es selbst im Bett nicht lange aushielt und sie täglich früh erwachte. An diesem Tag war es noch schlimmer als sonst, denn heute würde sein Bruder Felicius heiraten. Es hatte bisher kaum etwas Aufregenderes gegeben als dieses bevorstehende Ereignis. So war er früh aufgestanden, was dazu führte, dass auch seine Diener sich schon so früh um ihn kümmern mussten. Da er es nie gelernt hatte sich selbst anzuziehen, würde er es bestimmt auch nicht an diesem Tag tun. Als er dann endlich in seinen Klamotten steckte, die noch eleganter waren als sonst, verkündete man ihm auch noch, dass er nicht vor die Türe gehen durfte, nicht einmal die Begleitschaft eines Ritters konnte ihm dies gewähren. Kyllan saß zappelnd auf seinem Bett herum und zupfte an seinem roten Gehrock, der mit goldenen Blumen bestickt war. In seiner linken Hand hielt er ein Holzschwert, mit dem er sich auf die Oberschenkel klopfte. Keiner wollte mit ihm kämpfen und eigentlich durfte er das im inneren der Burg auch nicht. Lange hielt er es auch nicht mehr aus, bis er vor seine Zimmertür trat. Weit und breit war keine Menschenseele zu sehen. Aus dem Augenwinkel sah er, wie etwas um die Ecke huschte. Nicht lange dachte der kleine, blonde Junge nach, bis er dieser Gestalt nachjagte. Es war eine der Katzen, die zur Burg gehörten. Sie waren für Kyllan Mitglieder der Diener Belegschaft. Ein fixer Bestandteil in dieser Burg, die er Heimat nennen durfte. Die Dienerschaft war so gütig und nahm alle verletzten Tiere auf, die Kyllan heim brachte. Von verletzten Vögeln bis hin zu Füchsen und Hasen hatte er schon alles in die Burg gebracht und zusammen mit seinem Lieblingsdiener Caspar verarztet. Dieser war der sechzehnjährige Küchenjunge, der viel lieber Magister werden wollte, doch das durften nur Mitglieder vom hohen Stand. Dennoch kannte sich Caspar bestens mit der Medizin aus. Hin und wieder durfte dieser auch im Pferdestall aushelfen. Kyllan war ganz fasziniert von Caspar, doch selbst wollte er kein Magister werden. Viel mehr ein Ritter, wie die Söhne seines Onkels von Methovia. Einer von diesen, der zweitälteste, diente bereits in der Königsgarde. Er war ein Jahr jünger als Kyllans Geschwister, weshalb er viel mehr noch ein Knappe war, als ein Ritter, doch er würde einer werden. Kyllans ältester Cousin, der ganz genauso alt war sie seine Geschwister, würde eines Tages Lord von Methovia werden. Felicius würde auch eines Tages König von Grandorien werden, weshalb Kyllan dies nicht zustand. Das wollte er auch nicht, denn sonst müsste er seinen Bruder erst verlieren. Er liebte seine Geschwister über alles und würde so diesen Preis nicht zahlen wollen. Womöglich würde Kyllans Vater seinem Sohn ein großes Stück Land überreichen, wo er seine Zukunft aufbauen konnte, doch viel mehr wollte der kleine Junge eines Tages seinem Bruder treu zur Seite stehen, auch wenn alle meinten, er wäre zu gutherzig für diese Aufgabe. Er hasste es, wenn man ihm dies sagte. Er wollte nicht der schwache Junge sein, als welchen man ihn ansah. Er wollte so stark und mutig wie ein Ritter sein.
Oskryn, der rotbraune Fuchs von Kyllan, folgte seinem Menschen auf Schritt und Tritt, während der Junge der dicken, langhaarigen, braun getigerten Katze nachlief. Das Holzschwert hatte er nach wie vor in seiner linken Hand. Weit kam der kleine Prinz jedoch nicht, denn plötzlich wurde er an der Schulter zurück gezogen. Fast wäre Kyllan gestolpert. Der Bote, als welchen ihn der Junge identifizierte, hatte den 9 Jährigen noch rechtzeitig auf die Füße gezogen und sich entschuldigt, denn sonst hätte es auch sein können, dass Oskryns Zähne in seinem Arm gesteckt hätten. Dieser hatte dem Diener schon mit einem Knurren gedroht, doch Kyllan hatte seinen Fuchs beruhigt. Der Bote seiner Mutter verkündete, dass es Zeit war aufzubrechen. Vorher sollte Kyllan aber noch sein Haar kämmen, da es ihm zu berge stand. Der Bote hatte einen Diener herbei gerufen, der das blonde Haar, des jüngsten Prinzen sanft kämmte und sonst die Kleidung noch zurecht rückte. Als er fertig war, begleitete man ihn zur Eingangshalle der Burg. Dort begrüßte ihn sein Vater, der seinem Sohn durch das Haar strich, das sofort wieder jede Ordnung verlor und in alle Richtungen stand. Auch Kyllans Großeltern, das Königspaar, nahm es nicht so genau mit der Begrüßung. Kyllan war bei allem noch eine Ausnahme, auch wenn er bereits neun Jahre alt war, denn er war immer noch der jüngste in der Familie, zumindest von denjenigen, die diese Burg als ihr Zuhause bezeichnen durften. Auch Lady Kjellra, die Mutter des kleinen Prinzen, ließ nicht lange auf sich warten. Kyllan war sehr erfreut gewesen, als sie vor drei Tagen wieder heim gekehrt war. Ohne die Mutter und seine Geschwister war es in der Burg sehr ruhig gewesen. Kyllans Vater, Prinz Ethan, hatte zwar mehr Zeit mit ihm verbracht und ihn auch viel durchgehen lassen, doch so viel Blödsinn hätte dem Prinzen gar nicht einfallen können, um die Zeit ohne seine Mutter richtig genießen zu können. Bei Lady Kjellras Ankunft hatte man ihn kaum davon abhalten können, ihr um den Hals zu fallen. Diese zwei Wochen waren viel zu lange gewesen. So viel Zeit hatte Ethan auch nicht aufbringen können, um den kleinen Prinzen von der Abwesenheit der wichtigen Familienmitglieder ablenken zu können. Die letzten drei Tage war Kyllan seiner Mutter höchst wahrscheinlich schon auf die Nerven gegangen, wenngleich sie auch zwei Cousinen mitgebracht hatte, doch diese kannte der kleine Kyllan noch nicht besonders gut und er war zu schüchtern, um alleine auf sie zu zugehen. So bestand das Beisammen sein mit ihnen eher aus schweigen und netten Versuchen der Cousinen, auf ihn einzugehen. Sie hatten Kyllan erst für sich gewonnen, als sie von ihm einen Rundgang über das Burggelände haben wollten.
Der kleine Prinz war ganz aufgeregt. Er freute sich schon so sehr auf die Ankunft seiner über alles geliebten Geschwister. Ebenso auf die der Prinzessin von Lupithoran. Die zukünftige Gattin seines Bruders soll eine Schönheit sein, so hatte er Gerüchte gehört. Fast hätte Kyllan es geschafft, sein Holzschert mit nach draußen zu Schmuggeln, da er es an seinem Gurt befestigt hatte, doch zu Kyllans Missfallen hatte Prinz Ethan es entdeckt und ihm aus dem Gürtel gezogen. Ein Diener hatte es an sich genommen und dem kleinen Prinzen versprochen, es in sein Gemach zu bringen. Es wäre ja nicht so, dass Kyllan nur eines dieser Holzschwerter hatte. Wenn er wollte könnte er ein ganzes Holzschwert Arsenal haben. Er besaß auch schon ein echtes, kleines Schwert, doch dieses war viel stumpfer als die der Ritter und er durfte es auch nur manchmal in den Händen halten. Lange hielt das Schmollen des Prinzen nicht an. An der Hand seiner Mutter, wurde er zur Kutsche geführt, die sie zum Hafen von Glorienhall bringen würde. Die Freude darauf hatte wieder die Oberhand übernommen. Die Königin saß vor ihm und Kyllan blickte gespannt nach draußen. Viele Menschen tummelten sich auf den Straßen herum, während die Königsfamilie zum Hafen eskortiert wurde. All die Ritter mit dem Wappen der Vinchester drängten die im Weg stehenden Menschen zur Seite, die ihnen zujubelte. So viele verschiedene Gesichter waren zu sehen. Viel zu viele um sich alle einzubläuen. Kyllan war gut darin, sich Menschen zu merken, aber Massen überforderten auch sein Gedächtnis. Manche Menschen waren so prächtig wie er selbst gekleidet, andere trugen lediglich Fetzenähnliche Kleider am Leibe. Alle jedoch, strahlten eine Freude an diesem Tag aus, die Kyllan mit ihnen teilte. Der junge Prinz benötigte immer etwas Zeit, bis er die Fragen seiner Mutter beantwortete, da er viel zu abgelenkt war. Auch er würde lieber dort draußen auf einem Pferd reiten. Das würde ihm seine Mutter aber noch lange nicht erlauben. Noch war es ihr lieber ihn hier an ihrer Seite zu wissen. Man konnte nie wissen was Kyllan so in den Sinn kam. Er mochte vielleicht sehr schüchtern sein, doch dadurch war er nicht weniger neugierig. Zudem war er noch zu naiv, um an all die Gefahren zu denken, die einen kleinen Prinzen dort draußen, ganz alleine erwarten würden. Hätte Kjellra ihren Sohn nicht gleich, beim Verlassen der Kutsche, wieder an die Hand genommen, so wäre er bestimmt nach vorne, an den Rand des Stegs gelaufen. So war Kyllan gezwungen an ihrer Seite, wartend, den Horizont anzustarren. Lange ließen die Schiffe des Vinchester Konvoys aber nicht auf sich warten. Kyllan erblickte seinen Bruder und begann wieder immer mehr zu zappeln. So ein öffentlicher Auftritt interessierte den Prinzen noch nicht so sehr, wie vielleicht ältere, auch wenn ihm diese offiziellen Regeln geläufig waren und doch musste man den Jungen immer wieder zurecht weisen. Kyllan langweilte sich sehr schnell bei all diesen Begrüßungen. Jetzt hingegen konnte er es kaum erwarten, dass seine Geschwister endlich zu ihm hinüber kamen. Adelaide und Felicius, sie beide standen jetzte greifend nahe bei ihm. Kyllan grinste von einem Ohr zum Anderen. Endlich stand sein Bruder genau vor ihm.
,,Mir? Ein Geschenk? Darf ich es sehen?‘‘ fragte Kyllan aufgeregt und blickte seinen großen Bruder Freude strahlend an, bis seine Aufmerksamkeit wieder auf Adelaide gelenkt wurde.
,,Endlich seid ihr wieder daheim! Es war wirklich höchst langweilig ohne euch.‘‘ Auch zu seiner Schwester blickte Kyllan voller Freude hoch. Er hatte so viele Fragen an sie, doch er müsste sich gedulden. Jetzt, so wusste er schon, war die falsche Zeit dafür. Womöglich würde er auch erst heute Abend dazu kommen, da noch so viel vorbereitet werden musste. Schnell erhaschte Kyllan einen Blick auf die Verlobte seines Bruders und machte sich auch schon so unbemerkbar wie möglich. Prinzessin Maurine und ihr Bruder Valentine waren zwei völlig fremde Menschen für Kyllan. Bis vor ein paar Jahren noch, hätte sich der kleine Prinz hinter seinem Vater, oder seiner Mutter versteckt. Jetzt jedoch hakte er sich beim rechten Arm seiner Schwester ein und umklammerte diesen fest. Der Prinzessin aus dem fremden Land und ihrem Bruder schenkte er zur Begrüßung lediglich ein schüchternes Lächeln, denn seine Worte blieben ihm im Hals stecken. Er war nicht so redselig wie der Rest seiner Familie. Das war etwas, was ihn störte und das sich nur langsam besserte. Immerhin erinnerte er nicht mehr an ein verschrecktes Reh.
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BeitragThema: Re: Back in the greatest Kingdom - 15. Mai 1000 P.I.   Mo März 14, 2016 5:27 pm

Für ihn, der im Zeichen der Feribid, der Göttin des Metalls, das unweigerlich mit der Erde und Boden und Gebirgen zu verbinden war, sollte eine lange Reise zu Wasser, wie sie diese war, eigentlich der pure Horror gewesen sein. Wahrscheinlich war sie es auch, aber für den jungen Königinnensohn fühlte sie sich dennoch eher an wie Medizin für eine klaffende Wunde. Eine klaffende Wunde, die einen trotz Medizin umbringen würde, aber wenigstens konnte sie den Schmerz, das Leid verringern – das Ableben herauszögern. Valentine sehnte sich sein ehemaliges Selbst zurück. Das rationale Selbst, das welches jeden Schmerz, jede Verletzung die ihm zugefügt wurde abprallen ließ, als hätte Metall ihn umhüllt. Jahrelange Ignoranz seiner Familie hatte er wortlos ertragen. Jahrelange Unterdrückung als Gegeben hingenommen und den Wunsch nach Änderung weder ausgesprochen noch wirklich wahrgenommen oder gefühlt. Und doch merkte er nun erst wie stechend das Gefühl der Einsamkeit doch sein konnte, gleichwohl so viele Leute sich auf diesem Schiff waren; darunter nur zwei die ihm tatsächlich etwas zu bedeuten vermochten. Beide liebte er und er liebte das Gefühl zu lieben und doch verletzten sie ihn – durchstachen ihm mit einem nicht sichtbaren Messer die Brust, bis von ihm nur noch eine See von Selbstmitleid, Hass und gleichzeitig Liebe, so viel unerwiderter Liebe überblieb. Und obwohl er all dies Leid und all diesen Schmerz, der von diesen zwei so geliebten Menschen kam auf diesem Schiff tagtäglich, Stunde für Stunde, immer wenn er den stolzen Blick Felicius‘ begegnete oder das traurige Seufzen seiner Schwester hörte, die sich genauso wie er wünschte, nie auf diesem Schiff gelandet zu sein, ertrug, war diese Reise das einzige was ihn noch von dem Moment fernhielt, der ihm den inneren Wahnsinn bringen würde.
Der Tag war sein Freund, die Nacht, die den nächsten Morgen und somit das unerbittliche Näherkommen ihrer Ankunft einleitete sein schlimmster Feind. Einzig der Schlaf beruhigte ihn zu dieser Tageszeit, doch der war schwer zu finden, wenn die Wellen das Schiff schaukelten, wie ein Vater seine Tochter in der Wiege der es zu gut mit seiner Liebe zu ihr meinte und dem ständigen Wissen darum, dass nicht weit entfernt der schönste Mensch der Welt in seinen Träumen lag, dort regelmäßig atmete, die Augen geschlossen hielt und obwohl er tagsüber so viel stolzer als der Rest der Welt war, des Nachts nichts weiter war als ein jeder anderer der auf diesem Schiff schlief. Und dann war da noch seine Schwester. Seine liebste Schwester, die er nicht mehr ansehen zu vermochte, da er vor Eifersucht und Neid sonst wahrscheinlich noch mehr verkommen würde als er ohnehin schon tat.
Es verletzte ihn so sehr. Das Wissen darum, dass sie es sein würde, die an der Seite eben diesen so erhabenen Mannes stehen würde und nicht er selbst. Oft war er in Gedanken gehässig, wenn er sie sah. Dachte sich Unverschämtes und Unerhörtes, wie die Beglückwünschung dazu nun in ein Land zu reisen, welches dem bisher gewohnten in so vielen nicht glich. Dachte Schreckliches und hoffte es tatsächlich auch wie : „Er wird dich niemals wirklich lieben, sondern nur als Marionette benutzen“
Und gleichzeitig, absurderweise gänzlich verschieden zu der Wut die er gegen die Schönheit des kalten Südens empfand, war da Sorge. Sorge, dass er sie nicht gut behandelte und Sorge dass ihr zukünftiger Ehemann sie nur als Alibi hielt, so wie Valentine es bei seiner Gemahlin tat. Natürlich machte es ihm auch zu Schaffen ein so unfassbar großes Geheimnis vor ihr zu haben. So viele unfassbar große Geheimnisse und dann noch dieses, welches unmittelbar mit ihr zu tun hatte. Bestimmt fragte sie sich, wie es kommen konnte, dass ihr Bruder, der ihr doch sonst immer so nahe gestanden hatte, plötzlich so eisig zu ihr war. Doch wie sollte er ihr denn sagen, dass er ihren Verlobten liebte. Ihren Verlobten, der sie baldigst ehelichen würde.
Oft fragte sich Valentine, ob alles gleich wie zuvor gewesen wäre, wie es ehemals war, hätte dieser ganz besondere Blick aus tiefblauen Augen ihn in dieser Nacht nicht verführt. Hätte er seinen Mantel behalten, der ihn vor Verletzungen und Leid abschirmte, diese zweite metallene Haut, die er sich über die Jahre in welchen er schon lebte über die seinige gezogen hatte?

Schlussendlich war es dann eben doch so weit gewesen. Jegliches Hoffen auf die Weiterreise um den Tag der Hochzeit seiner geliebten Schwester und dem einzigen Menschen außer ihr, der je sein Herz berühren konnte, noch heraus zu zögern war vergebens. Die Nacht war zu Ende und das erste mal seit der langen Zeit auf der See war sie nicht seine Feindin sondern seine Freundin gewesen, die ihn in die genüsslich süßen und doch bitteren Wogen der letzten Stunden, Minuten und Sekunden hüllte, die ihn noch von seiner endgültigen Vereinsamung trennten. Hektische Schritte vor der Tür seiner Kammer zogen ihn schon sehr früh aus den Schlieren unruhigen und zähen und doch so melancholisch schöner Nacht.
Er war träge an diesem Morgen – diesem Morgen der sein Feind war. Träge als er sich in dunkle Kleider und einem ebenso in dunklen violetten Teints gehaltenen Mantel hüllte. Bester Stoff aus Lupithoran, mit feinen fast nicht sichtbaren goldenen und silbernen Ornamenten darauf gestickt, die, sah man nicht genau hin, den Stoff trotz der dunklen Färbung so erscheinen ließ, als würde er glänzen. Eigentlich sollte er etwas Helles anziehen – wie er wenige Zeit später erspähen konnte, hatte das seine Schwester auch, die sich in fliederfarbenen leichten Hüllen kleidete. Es wäre gemäß der Regeln, würde er sich ähnlich wie sie kleiden – aber Valentine war nicht nach hell und leicht. Er fühlte sich dunkel und schwermütig – so waren es seine Kleider. Dunkel und schwermütig.

Als er das Deck schwermütig betrat, konnte er erkennen dass bereits seine Schwester, die Prinzessin von Grandorien und der Prinz höchstselbst sich auf diesem befanden dem Land entgegen blickten welches sich langsam durch ein wenig Nebel getrübt, erkennen ließ. Ein Ruf mit dem Inhalt dass eben dieses in Sicht war erklang und Valentines Herz wurde immer schwerer und schwerer. Er versuchte kurz in den Gesichtern der anderen zu lesen, schaffte es aber nicht so recht, da er es nicht über sich brachte auch nur einen der beiden in die Augen zu sehen. Ob sie es auch fühlten? Dieses Gefühl von Endgültigkeit? War er damit alleine dass er sich fühlte als würde er zerreißen?

Natürlich würdigte Felicius ihn auch die letzten Momente auf dem Schiff noch keines Blickes, als sie den Felsen des fremden Landes entgegen segelten. Es war ein wundervoller Anblick, den Valentine, mit einem bewundernden Auge und einem trauernden ansah. Langsam ließen sich auch einige Gestallten auf dem Hafen erkennen. Ein Meer von Rottönen und Prunk bei manchen und Armut bei anderen. Die Herrschaftskinder mussten sehr beliebt sein hier zu Lande und eine Hochzeit ein geradezu unbeschreiblich großartiges Ereignis, wenn sogar die scheinbaren Dorfbewohner ihre harte Arbeit liegen und stehen ließen um sie zu empfangen – nur um einen Blick auf die neue Prinzessin des größten Landes Arcanums erhaschen zu können.
Und oh, sie würden staunen – staunen über ihre Schönheit, ihre Eleganz und all dem was nur eine Tochter der Herrscherin Lupithorans an sich haben konnte. Ja, trotz des Hasses, den er im Moment gegenüber des Mädchens empfand, welches sich neun Monate lang mit ihm im Bauch ihrer Mutter den Platz geteilt hatte, war er auch Stolz auf sie. Stolz auf die Ausstrahlung die sie hatte und Stolz auf ihre Repräsentation ihres Landes, dass die Arroganz der Nordens in Ehrfurcht umwandeln sollte – wobei Maurine ein nettes Mädchen war, eher lieblich als angsteinflößend. Hätte der Auftritt der neuen Prinzessin eher seiner Beschreibung entsprechen sollen, hätten sie seine große Schwester Svetlana schicken sollen, welche skrupellos und kalt wie Lupithoran selbst war.
Das Schiff legte schließlich an und die Belegschaft folgte der Herrenschaft aus dem Schiff und Valentine hätte sich nicht mehr wünschen können, auf der Planke kehrt zu machen und sich in seiner Kammer einzusperren. Aber so funktionierte das Leben als adeliger nun einmal nicht – auch wenn er nicht mehr als ein Bauer auf einem riesigen Schachbrett, voller Damen war. Es war ein überraschender Anblick der sich ihm bot.

Felicius schien das erste Mal ernsthaften Respekt vor Personen zu zeigen. Er erkannte die Herrschaften vor welchen sich der blonde Prinz verneigte. Nicht an ihrem Aussehen - so hatte er sie zuvor noch nie gesehen aber an ihrer Aufmachung, ihren Alter und ihrer Stellung dem Vinchestersprösslings gegenüber. Felicius Vinchester war kein Mensch der sich vor anderen freiwillig verneigte, doch bestimmt auch kein ungehobelter Wicht der nicht erkannte wann es angebracht war, woraus Valentine schloss dass diese zwei Personen über ihn gestellt waren. Natürlich könnten es auch seine Eltern sein und somit Prinz Ethan und Lady Kjellra, doch dagegen sprach das Alter dieser Zwei und auch die anderen Anwesenden, die nicht weit entfernt von ihnen standen. Besonders beachtet wurde dafür ein Mann und eine Frau, welche beinahe ebenso hochmütig aussahen wie die mutmaßlichen Staatsoberhäupter, jedoch um einiges jünger, denen er den Elternstatus eher zutraute als den beiden anderen. Die Tatsache dass trotz der aufgesetzten Distanzierung eine gewisse Vertrautheit zwischen dem höchstwahrscheinlichen Thronfolger, seiner Frau und Felicius und Adelaide bestand, bestätigte ihn in seiner Annahme – auch wenn er dem Gespräch nicht wirklich folgen konnte, dass diese führten. Außerdem stand da noch ein Junge. Nicht älter als 10 und wie es schein ein sehr aktiver Bursche. Zumindest schaffte er es trotz des Anlasses, oder gerade deswegen nicht, seine Füße ruhig zu halten.
Ein Lächeln stahl sich auf seine Lippen, als er es sah, denn es war unweigerlich, dass sich der ehemalige Lupinthor vorstellte, wie es ehemals Felicius war, so jung und unschuldig, ein Kind eben, und am Hafen zappelnd wartete bis eine geliebte Person nach langer Reise nach Hause kam. In roten Kleidern, die trotz perfekten Sitz viel zu groß und viel zu ernst für so einen kleinen Körper waren und aussah, als würde er sich kostümieren und wie die Erwachsenen aussehen wollen. Lange aber hielt das Lächeln nicht an. Es war fragwürdig, dass Grandorien, speziell die Familie Vinchester etwas dermaßen Wichtiges wie einen neuen potenziellen Thronfolger vor Lupithoran verbarg. Es roch nach strategischem Spiel, nach Intrigen, Verheimlichung – eine Note von Kriegsvorbereitung und wieder das Schachspiel, das ihm in den Sinn kam. War es genau zur rechten Zeit geschehen, die erneute verbindungsaufrechterhaltende Aktion seiner Mutter?
Insgeheim beschloss der Blonde die Gesellschaft, in welcher er sich nun demnächst befinden würde genauer zu inspizieren, doch auch dieser Gedanke verschwand binnen Sekunden als er seine Schwester sah, die sich, wie es sich nun einmal für eine Prinzessin schickte vorstellte und sofort musste Valentine die Vorstellung von sich schieben, die sich ihm in den Kopf schlich, welche Maurine ganz und gar in Rot gehüllt, neben den anderen Vinchesters darstellte, da sonst doppelte Wehmut seinen Verstand vergiftet hätte. Dieser Tag, sollte der Tag werden, an dem er alles verlor was er liebte – auf eine Art, die bitterer und hässlicher und grässlicher nicht sein konnte. Eine Fratze hatte, die der eines ausgehungerten Trolls glich, der hungrig nach seiner nächsten Speise speichelte und dem dennoch die Verzweiflung und die Angst vor dem Verhungern ins garstige Gesicht geschrieben war.

Schließlich war es an ihm sich vorstellig zu machen. Die anwesenden Personen mussten bereits erkannt haben, um wen es sich handelte – schließlich trug er alle Merkmale die ein Lupinthor auch nur tragen konnte. Von der violettfarbenen Kleidung begonnen, bis hin zu den typisch scharf geschnittenen Gesichtszügen und dem blonden Haar (auch wenn es gerüchteweise, sollte man den Portraits die in den Gängen ihrer Festung ihren Platz hatten trauen dürfen auch bereits dunkelhaarige Herrinnen gegeben haben). Was ihn wohl aber am deutlichsten als Sprössling aus dem kalten Süden auszeichnete war die sogar recht devote Haltung bei Begrüßung und Vorstellung. Er verbeugte sich immerhin gerade vor den mächtigsten Leuten in ganz Arcanum – hier wäre sogar ein Kniefall noch nicht angemessen genug gewesen. Doch mäßigte sich der junge Mann  und beließ es bei einer tiefen Verbeugung. Aus Gewohnheit, auch wenn er wusste dass es falsch war, vor den Damen noch mehr als vor den Herren. Das alles erfolgte mechanisch. Gelernt und unbedacht. Das Lächeln blieb ihm im Halse stecken – doch war er ohnehin, zumindest wenn man ihn kannte, als ein eher ernster Zeitgenosse bekannt – so konnte man zumindest denken, dass dieser Ruf gerechtfertigt war und ja, vielleicht war er das sogar. Erst eine Hand, die sich sanft auf seine Schulter legte, eine Berührung die er fast gar nicht wirklich wahrnahm, durch den dicken Stoff seines Mantels, entließ ihm aus dem Zustand, ehe er langsam aufsah, als sie sprach, sofort als sich ihre Blicke trafen aber die Lider wieder senkte. Ihre Worte waren leer, doch die Tatsache dass sie ihn berührt hatte, war etwas dass ihn überrascht hatte. Es war nicht üblich, dass eine Frau einen Mann anfasste, ohne dass es einen weiteren Grund dafür gab. In Lupithoran war es so selten, wie ein Sommer der über dreißig Grad maß.

„Danke Majestät.“, antwortete er also nur kleinlaut, ein wenig überwältigt, ehe er es mit einem Lächeln in ihre Richtung versuchte, ehe er sich sogar vor Kyllan ein wenig verbeugte und das Lächeln dabei bei behielt – dieses mal sehr ehrlich. Er hatte schon immer etwas für Kinder übrig.
Es dauerte nicht lange bis sie schließlich weitergeführt wurden und bei den Kutschen und Pferden angekommen waren, die sie zum Schloss führen sollte. Mit trägen Schritten näherte er sich immer weiter dem Tier, welches ihm zugewiesen wurde, mit welchen er nun selbst in sein Leid reiten würde. Der Moment in welchem er zerfallen würde rückte unausweichlich immer näher und näher und es gab nichts was Valentine dagegen tun könnte.

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BeitragThema: Re: Back in the greatest Kingdom - 15. Mai 1000 P.I.   Do März 31, 2016 1:05 am

Es fühlte sich schon vom ersten Moment so heimatlich an, als Felicius das Land Grandorien mit seinen Fußspitzen berührt hatte. Er war wieder nach Hause zurück gekehrt und wollte es so schnell nicht mehr verlassen. Er gehörte hier hin, nach Grandorien. Er war noch nie so lange fort gewesen, weshalb er Glorienhall nun um ein Vielfaches mehr schätzte. Hier wurde er geschätzt und hatte seine Familie um sich. Dieses so wunderbare Gefühl ging im jungen Prinzen auf und ließ in erblühen, wie es der Frühling mit der Natur machte. Das eisige Gefühl war aus seinen Gliedmaßen vertrieben worden, das er nicht missen würde. Lupithoran konnte eine wahrlich schöne Landschaft bieten, doch der Prinz bevorzugte seine doch viel wärmere Stadt und würde nur noch die Reisen in den nördlicheren Teil tolerieren. Ein anderes Land reizte ihn nicht, selbst wenn auch die anderen Kulturen recht anschaulich und interessant waren. Felicius gefiel seine Heimat schlichtweg besser. So mag es Maurine höchst wahrscheinlich auch gehen, doch dagegen konnte der Prinz nichts anrichten. Sie würde seine Frau werden und er würde ihr jeden Wunsch von den Lippen ablesen, den er ihr auch ermöglichen konnte. Nur damit sie sich hier wohl fühlte. Grandorien hatte eine Menge zu bieten. Im schlimmsten Falle würde er ihr eine Burg im Norden erbauen lassen, die sie an manchen Monaten bewohnen konnte, wie es bei der kleinen Burg seiner Mutter im Süden der Fall war.
,,Oh schön, ich habe sie schon so lange nicht mehr gesehen. Eine wirkliche Freude.‘‘ sagte Felicius, als er von seinen Cousinen hörte. Es war eine Seltenheit, dass er diesen Teil der Familie zu Gesicht bekam. Oftmals fielen ihm nun nicht einmal mehr ihre Namen ein. Sollte er sich nicht irren, handelte es sich dabei um Enid, Morgain und Kassandra. Welche von diesen dreien wohl mit sein würde, wusste der Prinz nicht. Er war gespannt darauf, wie sehr sie sich verändert hatten, im Laufe dieser langen Zeit. Kassandra war ein Jahr jünger als er selbst, doch hatte er sie stets kindlich in Erinnerung. Die zwei anderen Cousinen waren um mehr als vier Jahre älter. Lady Enid war die älteste und Morgain war die uneheliche Tochter des Onkels von Felicius. Es schadete ihr wohl nicht eine andere Mutter als die Herzogin zu haben. Felicius hatte diese Frau nicht als sehr herzlich in Erinnerung, doch was sollte es, Enid war ja immerhin auch nicht so schlimm. Hoffentlich hatte ihre Mutter nicht auf sie abgefärbt. Sonst wäre sie heute eine wahrliche Spaßbremse. Felicius konnte sich noch an die Abenteuer im Wald erleben, als die zwei die Aufgabe der Aufsichtspersonen übernommen hatten. Port Paravel besaß schöne Wälder und zudem sichere. Wachen waren nicht unbedingt von Nöten gewesen.
,,Das steht noch in den Sternen.‘‘ antwortete Felicius schlicht und wollte nicht mehr dazu sagen. Sein Verhältnis zu Maurine war bisher so abgekühlt gewesen, wie die Zimmer der Festung ihrer Heimat. Nicht ganz so kühl wie es draußen war, aber doch viel kühler, um die Temperatur als zufriedenstellend zu erachten. Womöglich war dies ein Grund gewesen, warum Feli die Gegenwart ihres Bruders so genossen hatte. Der Schmied war so viel zugänglicher als seine Schwester. Es war dem Prinzen immer eine Freude gewesen, Zeit mit ihm zu verbringen. In seiner Nähe bemühte er sich nicht, die richtigen Worte zu finden, denn er hatte nicht diesen Zwang auf den Schultern, wie er ihn bei Maurine verspürte. Er wollte in ihrer Gegenwart immer das richtige sagen und ihr die Angst nehmen, ihn zum Mann zu haben. Er wollte nicht das Objekt ihrer Ängste sein. Sie sollte sich nicht vor dieser Verbindung fürchten und unglücklich sein. Felicius Anstrengungen jedoch führten zum Gegenteil. Maurine wirkte so als müsste sie den alten Sultan von Belugarien heiraten, der neben ihr noch dreißig andere Frauen besaß. Nach dieser Hochzeit wäre Feli nur noch ihr Partner. Sie müsste ihn mit niemand anderen teilen. Sollte sie ihm zumindest das Gefühl von Wärme schenken, nach der er sich sehnte. Wie die Wärme, die von Feli ausging, der ihn nahezu anhimmelte. Valentine hatte die Nachricht nicht sehr gut aufgenommen, dass er lediglich ein Zeitvertreib für Felicius gewesen war. Einer der sein kaltes Bett wärmen hätte sollen. Ob da wirklich nicht mehr dahinter war, wollte Feli nicht in Erfahrung bringen. Es wäre viel zu schwer dadurch, sich auf seine baldige Ehe zu konzentrieren. Valentine hatte keinen Platz in diesem Leben. Es wäre zu schmerzhaft, sich darauf einzulassen. Felicius wollte es sich nicht zu schwer machen. Es war viel einfacher seine Gefühle für diese Neigungen weg zu sperren. Frauen waren es, die er zu lieben hatte. Genauer gesagt war es Maurine, die ab sofort die einzige zu sein hatte, der er seine Liebe zu geben hatte. Es war schon kompliziert genug, dass Valentine ihr Zwillingsbruder war.
,,Später kleiner Bruder.‘‘ lachte Felicius, Kyllan an. Er wusste wie ungeduldig der kleine Prinz war. Adelaide stieß zu den Geschwistern dazu. Sie waren nun alle wieder vereint, die Vinchester Kinder. Ein Band das so stark war, wie kaum eines von Arcanum. ,,Im Krieg verschmähe keine List,‘‘ so hieß der Leitspruch dieses Hauses, doch ein inoffizieller konnte ,,Familie über Pflicht und Ehre,‘‘ heißen. Es wäre wohl so, dass sich ein Vinchester für die Familie opfern würde, damit sie den Krieg gewann, doch nicht etwa nur für die Macht des Hauses. Eine List sollte den anderen schaden und nicht den geliebten Menschen. Das machte die Vinchester so stark und gleichzeitig legte es ihre Schwächen offen. Eine geliebte Person bot Angriffsflächen, denn ihr Verlust würde einen Pfeil durch die Herzen der Zurückgebliebenen rammen.
,,Dann starten wir mit einem Abenteuer!‘‘ Felicius hob seinen Bruder unerwartet hoch und setzte ihn dann wieder grinsend ab, sobald er ihn ganz hoch in der Luft gehalten hatte. Das zuschauende Volk um sich herum ignorierte Felicius, wie auch die Blicke der Erwachsenen.
,,Das Kyllan, ist Prinzessin Maurine von Lupithoran,‘‘ stellte Felicius seine Verlobte vor, als sie direkt bei ihnen stand. ,,Maurine, erlaubt mir Euch meinen Bruder Prinz Kyllan vorzustellen.‘‘
Felicius war sich nicht sicher ob ihr schon seine Existenz bekannt war und sein kleiner Bruder war wieder drauf und dran, sich hinter Adelaide zu ducken. So hatte Felicius beschlossen, es ihm leichter zu machen, um ihm zu zeigen, dass sie nicht vorhatten, ihm etwas zuleide zu tun. Kyllan war ein sehr schüchternes Kind, das man am besten ins kalte Wasser werfen musste, im übertragenen Sinne, damit es über seinen Schatten sprang. Er würde den Umgang mit fremden Personen aber noch erlernen, immerhin war er erst neun Jahre alt. Valentines Verbeugung, selbst vor Kyllan trug bestimmt auch zu einer Besserung bei. Da er noch so jung war, wurde oft auf ihn vergessen. Valentine schienen Kinder nicht zu missfallen, denn selbst Felicius, der eigentlich Bedacht darauf war, den Lord von Lupithoran auszublenden, fiel das viel schönere Lächeln auf, als das, welches er zuvor aufgesetzt hatte.
Die Begrüßungszeremonie war zu Ende. Felicius stellte sich neben Maurine. Kyllan war wieder an der Seite seiner Mutter, denn er war noch zu jung, um auf einem eigenen Pferd zur Burg reiten zu können.
,,Darf ich?‘‘ fragte Felicius und bot seinen Arm an. Er führte seine Verlobte zur vorgesehenen, prachtvollen Kutsche, in der sie mitfahren würde. Das Volk sollte nicht denken, dass diese Kälte zwischen dem bald verheirateten Paar stand.
,,Bald werdet Ihr die größte Burg von ganz Arcanum zu Gesicht bekommen, Prinzessin. Ich hoffe Eure neue Heimat wird Euch gefallen.‘‘ Als er Maurine in die Kutsche geholfen hatte, marschierte er zu seinem eigenen Pferd. Ein schwarzer Hengst mit rotem Sattel und Zaumzeug. Er sprang elegant auf das Tier, das den Namen Arasim trägt. Vicandrin würde mithalten können und nebenher laufen. Es war ein gutes Gefühl im Sattel zu sitzen. Sein Pferd war ihm schon fast so vertraut wie Vicandrin, doch dieser hatte ihn schon sein ganzes Leben lang begleitet. Wäre Feli nicht unter dieser Menschengruppe, würde er losgaloppieren, ohne auf ihren Verbleib achten zu müssen. Er liebte es, wie der Wind durch seine längeren, blonden Locken blies, sobald die Geschwindigkeit zunahm und er über Stock und Stein hinwegfegte. So wartete er, bis die gesamte Gruppe samt Wachen los marschierte. Es war ein lockeres Tempo, das sie anschlugen. Zu langsam für Felicius Geschmack. Auch Valentine befand sich unter den Reitern und machte eine gute Figur am Pferd. Eine zugute, für Felis Geschmack, weshalb er sich auf seine Schwester konzentrierte, die neben ihm her ritt. Es war ein Wunder, dass Kjellra es ihr erlaubt hatte, ebenso zur Burg zu reiten. Sonst war die zukünftige Königin immer sehr Bedacht darauf ihre Tochter an die Sitten der üblichen Frauen anzupassen.
,,Sieh an, die Begleiter aus dem tiefen Süden sind ebenso mit Pferden vertraut!‘‘ sagte Felicius an Ade gerichtet, doch laut genug, damit es auch andere hören konnten. Auch wenige Wachen der Lupinthors waren anwesend und hatten ebenfalls Pferde mitgebracht bekommen. Ob sie für den Schutz der Prinzessin, oder für den Valentines da waren, wusste Feli nicht so genau. Eigentlich bedeuteten Knaben den Lupinthors nicht besonders viel. Weniger als Frauen unter den Vinchester. Genau genommen viel weniger, denn sie hatten zwar weniger zu sagen, doch im Endeffekt waren oft sie es, die bestimmten, zumindest in vielen Dingen. So sagte zumindest sein Vater, Ethan.
So viele Menschen wie an diesem Tag trieben sich sonst nie auf den Straßen Glorienhalls herum. Die Vinchester Wachen mussten einen Weg durch diese Masse erzwingen. Sie drängten die Menschen aus dem Volk zur Seite und achteten darauf, dass keiner von ihnen auf blöde Ideen kommen konnte. Immer wieder winkte Felicius ihnen zu und setzte ein aufgesetztes Lächeln auf. Sein Vater ritt wenige Meter hinter ihm, gleich neben der Kutsche, weshalb er sich zurück fallen ließ. König Martyn war noch weiter hinten, völlig umringt von seinen Wachen.
,,Vater, was hältst du von Maurine?‘‘ fragte Felicius offen und doch darauf bedacht, dass ihn keiner sonst hören konnte. Es war nicht besonders leicht sich mit jemandem zu unterhalten, da die Menschenmassen sehr viel Lärm von sich gaben. Hin und wieder sah Felicius Kinder, die versuchten dem königlichen Geleit nachzurennen.
,,Es ist schwer zu glauben…dass sie noch heute…meine Frau werden soll.‘‘ Es ging dem Prinzen alles viel zu schnell. Er hätte gerne selbst seine Braut auserwählt und aus Liebe geheiratet, selbst wenn sich seine Eltern ebenso durch eine arrangierte Ehe gefunden hatten. Wer wusste ob es bei ihm und Maurine auch so laufen würde. Er konnte es nur hoffen.
Nachdem sie die Brücke überquert hatten, die direkt auf den steilen Burgweg führte, wurden das Geschrei und das Gejuble des Volkes immer leiser. Hier waren nur vereinzelt Personen anzutreffen, die eigentlich keine Befugnis hatten, in die Burg zu kommen. Doch diese wurden erst oben angekommen aussortiert. Auf den Burgweg durfte noch jeder, außer es drohte Gefahr von außerhalb, dann wurde auch die Brücke gesperrt, zusätzlich zum Burgtor. Dieses gewaltige Tor passierten sie nun und vor ihnen erstreckte sich das gewaltige Gebäude, das man bereits von unten betrachten konnte. Die Wachen ließen das Geleit hindurch, denn es wäre nur schwer zu verkennen, dass es sich hierbei um die königliche Familie handelte. Vor dem Hauptportal der Burg blieben sie stehen und zugleich sprang Felicius von seinem Pferd, das zugleich von einem Stalljungen angenommen und weg geführt wurde. Felicius blickte sich um und erkannte und genoss den Anblick der Burg Floriansheil. Sie hatte mehrere Türme und an jedem hing die Flagge, an welcher der Silberfuchs der Vinchester prangerte. Auch der Duft war ein ganz anderer als in Lupithoran. Die Burg stand auf einem Hügel der voll bewachsen war mit Nadelbäumen und anderen Gewächsen. Kam ein Wind auf, so konnte man den Geruch des Waldes in der Nase aufnehmen. Felicius schloss für einen Moment die Augen und atmete tief ein. So roch seine Heimat.

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Maurine Lupinthor

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BeitragThema: Re: Back in the greatest Kingdom - 15. Mai 1000 P.I.   Sa Apr 02, 2016 11:16 pm

Ihre Mundwinkel zuckten kurz bei der Begrüßung von Felicius Mutter und lächelte dann wirklich. „Die Freunde ist ganz auf meiner Seite.“ Auch wenn sie mit der ganzen Situation und ihrer Zukunft zu diesem Zeitpunkt nicht sonderlich glücklich war. So war das doch die Wahrheit. Die Mutter ihres Verlobten schien eine überaus freundliche Person zu sein. Was sich auch daran zeigte wie sie auf Valentine zuging. Sie schenkte ihrem Bruder ein schwaches lächeln und wandte dann ihre Aufmerksamkeit weiter.

Sie beobachtete weiter wie ihr Verlobter mit seinem Bruder umging. Sie hatte schon davon gehört das Familie hier großgeschrieben wurde. Aber irgendwie überraschte es sie nicht wirklich. Als Felicius sie dann seinem Bruder vorstellte war sie doch einen Moment aus dem Konzept gebracht. Verwirrt blickte sie Felicius an ehe sie den Blick auf seinen Bruder richtete und lächelte. „Ich bin erfreut euch kennenzulernen Kyllan.“ Irgendwie wusste sie nicht wirklich was sie sagen sollte. Es war sehr ungewohnt und alles auch noch so fremd. Abgesehen davon schien sie die jüngere Ausgabe ihres Verlobten irgendwie zu verschrecken. War sie wirklich so furchteinflößend? Oder war ihr lächeln so unheimlich? Ihr lächelnd verschwand und sie blickte sich einen Augenblick um. Es waren eine Menge Leute gekommen und sie war sich unsicher was sie davon halten sollte. Aufmerksamkeit war ihr nicht fremd. Aber das ganze schien doch irgendwie eine andere Liga zu sein.

Sie zögerte einen Augenblick ehe sie ihre Hand auf Felicius Arm legte und sich von ihm zur Kutsche führen ließ. „Danke..“ Sie nickte und atmete einmal tief durch. Ob es ihr hier gefallen würde, das würde sich noch zeigen. Bisher hatte sie noch nicht sonderlich viel gesehen und es würde sicher auch seine Zeit dauern bis sie sich wirklich eingelebt hatte. Glücklichweise würde sicher Valentine eine Weile an ihrer Seite bleiben. So wäre sie wenigstens nicht ganz allein und hatte jemanden an ihrer Seite mit dem sie reden konnte und der ihre Ängste und Zweifel kannte. Es gab niemanden dem sie mehr Vertraute als ihrem Bruder.

Als sie schließlich in der Kutsche saß blickte sie aus dem Fenster und musterte dann das innere der Kutsche. Es war eine sehr schöne Kutsche was sich nicht bestreiten ließ. Nur für kleine Gespräche fühlte sie sich nicht sonderlich bereit. Unauffällig strich sich über ihr Fliederfarbenes Kleid und entfernte so eine kaum wahrnehmbare Falte in dem feinen Stoff. So ganz allein unter Fremden, auch wenn es ihre zukünftige Familie war, fühlte sie sich doch unwohl. Was hätte sie dafür gegeben in diesem Augenblick jemand vertrautes an ihrer Seite zu haben.
Das sie noch heute Heiraten sollte war so schwer zu glauben. Sie schien irgendwie noch nicht einmal richtig angekommen zu sein. Als die Kutsche dann nach einer Weile anhielt blieb Maurine steif sitzen. Innerlich war sie alles andere als bereit sich jetzt der Situation zu stellen. Auch wenn sie gestehen musste das die Umgebung, sehr schön gewesen war. Freundlicher und wärmer als die Natur in ihrer Heimat.
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Kjellra Vinchester

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BeitragThema: Re: Back in the greatest Kingdom - 15. Mai 1000 P.I.   Mi Nov 02, 2016 2:43 pm

Die Rückkehr ihrer Kinder lief genauso wie es sein sollte. Die Stimmung war gut, das Volk schien versammelt und sich über ihre neue Prinzessin zu suchen. Die beiden waren am Leben und es ging ihnen gut und sie brachten einen Grund zum Feiern mit. Eine Hochzeit die in wenigen Stunden von statten gehen würde. Ein Ereignis was vielleicht endgültig Frieden in die angestrengte Beziehung zwischen Lupithoran und Grandorien bringen würde. Nichts, wo die Braunhaarige irgendetwas gegen hätte. Mehr noch, es freute sie sehr. Außerdem konnte sie eine neue Tochter in ihrer Familie willkommen heißen. Die Ankommenden begrüßten die Königsfamilie und sie freute sich besonders ihren Sohn und ihre Tochter sehen zu können. Ihr Sohn jedoch machte ihr ein wenig Sorgen. Über seine Cousinen schien er sich wahrlich zu freuen, doch als er meinte, dass noch in den Sternen stünde, ob er sich mit der Lupithoran-Tochter verstehen würde oder nicht, las sie aus seinen Worten, dass sie es bis zu diesem Moment noch nicht taten. „Ich bin mir sicher deine Ehe wird eine glückliche und sollte sie etwas schwierig anfangen.“, gab sie ihren Sohn mit und griff ihm kurz auf die Schulter, ehe er weiter zu seinem Bruder ging. Anscheinend hatte er ihm ein Geschenk mitgebracht, jedoch bekam sie nicht viel mehr mit, da auch schon ihre Tochter vor ihr Stand. Die Person die für sie jedoch am Meisten rausstach, war der blonde Bruder von der Verlobten ihres Sohnes. Valentine Leipha, welcher sich nicht einmal traute zu ihr auf zu blicken. Er bedankte sich leise bei ihr, aber mehr kam nicht von ihm. Vielleicht war er einfach überfordert mit der Situation, vielleicht war es aber auch so in sein System gepresst, dass er nicht das Recht hätte sichtbar zu sein, dass er es einfach nicht war. Dabei war er doch der Prinz eines Landes. Da sollte er doch eigentlich einen guten Platz im Leben haben, so wie ihre Kinder. Es machte die Mutter traurig daran zu denken, dass Kinder so früh unterdrückt wurden. Obwohl es bei ihnen auch gemacht wurde, nur nicht zu so einem Grad. Es musste eben ein System geben, welches die Ordnung aufrechterhielt, aber sie war der Meinung, dass das von Grandorien um einiges besser funktionierte als das von Lupithoran. Vielleicht konnten sie indirekt Einfluss ausüben sobald die beiden Länder über eine Heirat miteinander verbunden waren. Dann könnte die Situation sich dort vielleicht auch bessern. Sobald die vier Hauptpersonen an ihr vorbei waren, nahm sie sich die Zeit um alle zu mustern. Adelaide und Felicius hatten sich in der Zeit nicht verändern. Zumindest vom Aussehen her, aber sie war sich sicher, dass diese Erfahrung ihn reifen hat lassen und auch Adelaide hatte bestimmt Dinge gesehen, die sie erwachsener hatte werden lassen. Immerhin hatten die Zwei selten eine Reise alleine unternommen, vor allem eine so wichtige. Da konnte sie nur damit rechnen, dass genau das passiert war. Wenigstens schien Felicius die lupithoranischen Traditionen nicht geschadet zu haben. Sie wandte sich an ihren Mann der neben ihr stand. „Jetzt sind unsere Kinder wieder hier. Ich bin so froh.“, flüsterte sie ihm zu und hielt ihren kleinen Jungen, Kyllan, vor sich. „Freust du dich deinen Bruder wieder zu sehen? Was hat er dir denn schönes mitgebracht?“ Doch bevor er ihr wirklich antworten konnte sagte König Martyr, dass es Zeit war in Richtung Schloss aufzubrechen. Immerhin waren noch einige Vorbereitungen zu treffen. Auch mussten sich noch alle umziehen und eine Kleinigkeit vor der Zeremonie essen. Wenn noch einige Stunden waren, würden trotzdem die meisten vollgefüllt sein. Auch für das Bankett musste Kjellra noch die Vorbereitungen überblicken. Die Königin mischte sich in diesen Dingen nicht unbedingt ein, weswegen Kjellra diese Verantwortung immer öfter übernahm. Ob sie wohl keine Lust mehr hatte Königin zu sein? Einige Jahre würde sie wohl noch vor sich haben, bevor der Thron wieder frei wurde und von ihrem Mann übernommen wurde. Nun aber mussten sie erst einmal zurück zum Schloss von Glorienhall. Kein langer Weg zum Glück. Sie nahm ihren kleinen Sohn an die Hand und ging mit ihm zur Kutsche. „Komm Kyllan. Wir fahren wieder zurück.“, sagte sie zu ihm. Ihr Mann würde mit den anderen auf einem Pferd reiten. Auch Adelaide würde das tun. Deswegen blieb die Besetzung der Kutsche beinahe gleich, bis auf Maurine, welche sich zu ihnen gesellen würde. Zuerst scheuchte die der Kleinen in die Kutsche, ehe sie selbst einstieg, knapp gefolgt von der Braut des Tages, welche von ihrem ältesten Sohn geführt wurde. Die Fahr an sich verlief so, dass Kyllan nicht leise sein konnte und Kjellra immer wieder ihrem Sohn Einhalt gebieten musste, damit der Maurine nicht zu viele Fragen stellte. Sie selbst stellte nicht viele Fragen an Maurine, sondern überließ es ihrem Sohn sie zu unterhalten. Eher freute sie sich darauf, dass ihre Familie wieder sicher im Schloss ankam. Jedoch war es offensichtlich, dass Maruine mehr Sorgen hatte und sich unwohl fühlte. Sie redete nicht so viel wie Kyllan es gerne hätte und schien wohl darauf zu hoffen, dass die Fahrt so schnell wie möglich vorbei war. Kjellra hatte etwas Mitleid für sie, da sie wusste, dass es nicht besser werden würde. In ihrer neuen Kammer wäre ein paar Zofen für sie. Neue Gesichter überall und bis auf das kleine Essen, welches nur für die Königsfamilie zugängig sein würde, wäre es Trubel, Lärm, Vorbereitung und Stress. Nach der Hochzeitsnacht, dann konnte sie sich ein wenig ausruhen, aber auch nur beim Schlafen, weil es am nächsten Tag noch ein wenig weitergehen würde, mit der neuen Umgebung und den Menschen. Es würde wohl noch eine Weile dauern, bis sie sich wieder richtig entspannen würde können. Bei Kjellra hatte es auch eine Weile gedauert und dass trotz der Tatsache, dass sie sich auf Anhieb gut mit ihrem Mann verstanden hatte.
Am Schloss angekommen machten die Diener die Tür der Kutsche auf und sie gingen in einem Spalier an Soldaten die letzten Schritte bis zum Eingang. Auch die Männer stiegen von ihren Pferden und folgten ihnen. In der Eingangshalle blieb sie selbst stehen und wartete nun auf den einen Mann auf den sie immer warten würde. Ethan Vinchester. Sie liebte diesen Mann mehr als ihr Leben. Und auch jedes ihrer Kinder erhielt die gleiche Liebe von ihr. Zurück bekam sie zumindest von ihrem Mann dasselbe. Bei den Kindern war es ab und an schwierig, vor allem bei Adelaide. „Schaffst du es zum Essen oder hast du zu viel zu tun?“, fragte sie ihn Mann und beobachtete wie die Leute wieder in den Saal strömten, den sie vor kurzen erst verlassen hatten.
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